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erotik.de Party-Report



TORTURE SHIP -
Ein Schiff voller Qual und Pein, voller Herrinnen und Sklaven ?
Und das mitten in Hamburg ?

Davon mußten wir uns einfach selbst überzeugen und haben einen Reporter am 27. Juli 2002 nach Hamburg entsandt. Die von der Hamburger Event Agentur Living Dead Production zusammen mit Jungbluth Design, einer Modedesign-, Tattoo- und Piercingstudio aus Hamburg, zum dritten Mal veranstaltete Fetish-Party versprach auf dem Flyer "Spiel und Tanz im Mondschein" sowie u.a. "möblierte Playrooms".

Etwa 250 Leute, alle gemäß dem Dresscode in Lack, Leder oder Latex gekleidet, kamen per Auto, Bus oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu den sog. Landungsbrücken im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Wo normalerweise Touristen zu einer Hafenrundfahrt mit Kaffee und Kuchen aufbrechen, konnte die Schaulustigen eine Schar von extravagant angezogenen Fetischisten beim "Boarding" der MS Max Brauer beobachten. Schon der Weg vom Parkplatz zur Landungsbrücke 03 im sog. "Outfit" kam z.T. einem Spiesrutenlaufen gleich. Sicher, man hätte sich auch auf dem Schiff in den dafür vorgesehenenden Umkleiden umziehen können, aber irgendwie macht es ja schon Spaß, den "Normalos" (in der Fetish-Szene oft "StiNo" = Stinknormal genannt) mal zu zeigen, welche vielfältigen Möglichkeiten die Fetish-Mode bietet. Eine ältere Dame machte aus ihrer Meinung mit "Pfui"-Rufen keinen Hehl, wohingegen ihr Mann fasziniert und auch ziemlich gierig auf die in knackigen Latex-Catsuits gehüllten Girls starrte. Zwei Männer Anfang Fünfzig zogen an Halsbändern mit Ketten ihre deutlich jüngeren, knapp bekleideten Sklavinnen hinter sich her.

Auf dem Schiff tanzten bereits im Hafen Girls im Stahlrohrkäfig zu den Klängen der Techno- und Popmusik.

Um 21.00 Uhr ging es endlich los. Bei blauen Himmel und angenehmen Temperaturen fuhren wir die Elbe hinab. Auf dem Aussichtsdeck des Schiffes versammelte sich eine bunte Mischung von LLL- (Lack, Leder, Latex) und SM-Begeisterten zum Begrüßungscocktail. Die ersten Bekanntschaften wurden geknüpft und es dauerte nicht lange, bis ein sehr hübsches barbusiges Girl mit einem Bauchladen Kondome (es waren die guten, extra reissfesten Blausiegel HT, die auch beim Männersex häufig zum Einsatz kommen) und OP-Untersuchungshandschuhe (z.B. zum Fisting) kostenlos verteilte.

Nachdem man sich am kalten und warmen Buffet (ausreichend gefüllt) sowie bei alkoholfreien Getränken (ab 2,-- Euro) oder Cocktails (ab 4,-- Euro) gestärkt hatte, begannen auf der Tanzfläche unter freiem Himmel die ersten Pärchen mit dem "Spielen". In Ermangelung von Fotos (es herrschte leider striktes Fotoverbot) können wir nur versuchen, den Ablauf in Worte zu fassen: Zunächst wurde begann ein Meister in einer schwarzen Latex-Uniform mit einer Lederkoppel seine devote Begleiterin mit Seilen an einem freistehenden Andreaskreuz zu fixieren. Sodann bearbeitete er, in Anwesenheit und zur Freude von ca. 25 Zuschauern, das Sitzfleisch des Objektes mit verschiedenen Instrumenten wie Peitschen mit Gummistriemen, einem Paddle oder aber auch mal mit der bloßen Hand. Seiner Begleiterin schien diese Behandlung sehr gut zu tun, denn sie bettelte unter lauten Luststöhnen nach Mehr. Nunmehr gesellte sich ein zweiter Meister hinzu, den das Pärchen wohl gerade erst auf dem Schiff kennengelernt hatte. Er war ca. Mitte Vierzig, kräftig gebaut und schien, das konnte man an der routinierten Art seiner Fesselung erkennen, über viel Erfahrung im Bondage-Bereich zu verfügen. Gemeinsam reizten sich die inzwischen mit verbundenen Augen noch sensibler gemachte Sklavia durch leichtere und auch schon mal kräftiger "Berührungen" ihres Körpers auf der Vorder- und Rückseite solange, bis sie es vor lauter Erregung nicht mehr aushalten konnte. Anschließend sahen wir die Drei in eines der darkroom-ähnlichen Separées unter Deck verschwinden.

Nun war ein Gay-Trio an der Reihe. Hier mußte ein Jüngling (ca. Mitte 20) "Demut lernen" und bekam sowohl von seinem Freund (mit Glatze, ca. Mitte 40), der sich zunächst bei einem der anwesenden Meister ein Paddle auslieh, ziemlich kräftig den Hintern versohlt. Anschließend zeigte ihm eine Hobbydomina (mit kurzen blonden Haaren, groß und schlank), dass auch Frauen sehr unnachgiebig sein können. Die Session endete damit, dass der Jüngling ausgiebig die hohen Lackstiefel der Domina mit seiner Zunge reinigen durfte.

Unter Deck hatte der Veranstalter etwa 8 Separées, auch Playrooms genannt, aufgebaut. Diese waren jeweils ca 6 - 8 qm groß, durch undurchsichtige Stoffbahnen abgetrennt und beispielsweise mit einem Bett mit Latexbettwäsche, einer Streckbank, einem Pranger, einem Strafbock oder auch einem gynäkologischen Stuhl ausgestattet. Eine Art Aufseher sorgte dafür, dass die Pärchen bzw. die Spielenden ungestört von neugierigen Blicken ihren Spaß hatten. Man konnte zwar nichts sehen, aber die Phantasie wurde vom Geräusch der Peitschenschläge auf die nackte Haut sowie dem Luststöhnen links, rechts, vorne und hinten dafür um so mehr angeregt. Besonders vor dem Gyn-Stuhl Playroombildeten sich teilweise regelrechte Warteschlagen. Auf Nachfrage erklärten uns zwei Pärchen, dass sie schon lange vorhatten, es einmal auf einem solchen Stuhl zu treiben, leider aber bisher keine Gelegenheit dazu hatten. Wie uns wir nachher im Vorbeigehen durch ihre lauten Lustschreie überzeugen konnten, schienen sie auf dem Torture Ship endlich auf ihre Kosten zu kommen. Aber nicht nur in den Separées, sondern auch in der sog. Chill-Out Area (= "Erholungsbereich ohne Musik"), in der Disco unter Deck sowie auch bei der Open-Air Tanzfläche konnten wir eine Vielzahl von Pärchen beobachten, wie sie ganz ungeniert Lümmel aussaugten, eine "Handentspannung" verabreichten oder auch richtig (z.B. an der Schiffsreeling) bumsten. Und direkte daneben, auf der gleichen Bank wie z.B. in der U-Bahn, saßen andere Leute, die sich daren überhaupt nicht störten. Das ist Toleranz!

Es ist uns doch gelungen, ein Foto zu machenIm Gegensatz zu vielen anderen Fetish-Events (wie z.B. in der Berliner Disco KitKatClub), war hier das Verhältnis von Girls und Boys sehr ausgewogen. Besonders angenehmen war die praktisch völlige Abwesenheit von Spannern, die nur wichsend in der Ecke stehen oder sich gar ungefragt handgreiflich einmischen. Vielleicht mag das auch an dem hohen, aber angemessenen Eintrittspreis von 60,-- Euro (Abendkasse 75,-- Euro) pro Person gelegen haben. Auch an dem zur Schau getragenen z.T. sehr ausgefallenen Fetish-Outfit merkte man schon, dass es sich bei den Partygästen nicht um "Möchtegerns" handelte, die - vorallem die Boys - glauben, mit einer normalen Jeans und nacktem Oberkörper schon dem Fetish-Dresscode zu genügen.

Angenehm empfanden wir auch das Fehlen von gewerblichen Dominas, die hier für Bargeld ihre Dienste anbieten. Zwar trafen wir auf dem Torture Ship die Domina und Klinik-Spezialistin Dr. cl. h.c. Madame Cartier aus Norderstedt bei Hamburg, welche wir am Vortag für erotik.de interviewt hatten (Fotobericht folgt), jedoch war sie bereits zusammen mit einem Gast (Anfang 50, mit Lederhose und einem Metall-Harness auf dem Oberkörper) angereist und "kümmerte" sich nur um diesen.

Gegen 3.00 Uhr morgens kehrte das Torture Ship MS Max Brauer wieder zu den Landbrücken zurück. Ein aufregender und äußerst kurzweiliger Schiffsausflug ging zu Ende. Einige der Gäste nahmen noch den Shuttle-Bus zur After-Show Party in der Betty-Ford-Klinik, einem Dance- und Fetish-Club in Hamburg. Die meisten Partygäste aber machten sich auf den Heimweg, um den Rest der Nacht in einer ganz privaten Session ausklingen zu lassen. Und jetzt wollt Ihr sicher wissen, was wir noch gemacht haben ? ;-)

Fazit:
Ein Besuch der Party, die wieder im Juli 2003 stattfindet, lohnt sich sowohl für den Fetish/SM Einsteiger, die hier Kontakte zur "Szene" knüpfen möchte, wie für das "erfahrene" und vielleicht auch zeigefreudige Paar, das gerne mal an einem ungewöhnlichen Ort eine Session machen will. Der Preis von 120,-- Euro (bzw. 150,-- Euro an der Abendkasse) pro Paar plus Übernachtung und Anreise ist zwar schon "nicht ohne", wird jedoch durch die besondere Stimmung und die Umgebung gerechtfertigt. Aus unserer Sicht hätte der Veranstalter nichts mehr besser machen können. Ein Lob von erotik.de!

 

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