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Das Beate Uhse Erotikmuseum in Berlin
Ein Streifzug durch 2000 Jahre Sex und Erotik

Es ist das Einzige seiner Art, das Beate Uhse Erotikmuseum – das einzigen Museum speziell für alle Spielarten der Erotik. Und einzigartig sind auch die Ausstellungsstücke, die einem begegnen auf dem eineinhalbstündigen Rundgang über die zwei Etagen des Museums.

Gleich nach dem Eingang steht man verblüfft vor einer lebensgroßen Nachahmung von Marylin Monroe in ihrer weltbekannten Pose über dem U-Bahnschacht und man spürt den Luftzug, der von unten kommt und Marylins Rock in die Luft wirbelt. Eine sehr schön und faszinierend lebensnah präsentierte Szene. Wenn man sich umdreht, fällt der Blick auf die überlebensgrosse Statue eines nackten griechischen Gottes, dessen steil aufgerichtetes, ebenso überlebensgroses Geschlechtsteil den Betrachter sofort in seinen Bann zieht.

Staunend geht man dann durch die klimatisierten Ausstellungshallen mit Vitrinen, die sexuelle Spielarten und Darstellungen aus allen Kulturkreisen, Epochen und Interessengebieten beinhalten. Sehr schön und stilvoll gemacht. Man kann den Betreibern des Erotikmuseums nur gratulieren. Es ist sicherlich nicht einfach, ein solches Thema mit dem Anspruch eines Museums in Einklang zu bringen. Dennoch, es ist gelungen und man ist hin und her gerissen zwischen erotischem „Kitzel“ und nackter wissenschaftlicher Faszination.

Die Themenvielfalt überrascht.Von „skuriler Erotik“ über „grosse Liebhaber“ und „Zartes und Hartes“ bis hin zu „verbotener Erotik“ ist alles vertreten. Die Art der Ausstellungsstücke reicht von Originalschriften und -bildern über Faksimiles, bis hin zu Artefakten aus Edelstein, Metall und Holz. Man findet auch lebensnahe Darstellungen von erotischen Szenen aus dem Alltag des letzten Jahrhunderts, wie dem Hausmädchen, welches ohne Unterwäsche in gebückter Haltung den Ofen schürt, während der bärtige Herr des Hauses diese Tätigkeit genüsslich von hinten betrachtet.

Der Betrachter lernt auch vieles über die Zusammenhänge von Mode und Erotik im Wandel der Jahrhunderte – beeindruckend präsentiert an Hand von Originalkleidungsstücken und Schmuckteilen.

Kaum eine Sparte der Erotik bleibt ausgespart. Da gibt es die Abbildung des nackten Jünglings, der im zweiten Weltkrieg von zwei schwarzen amerikanischen Soldaten in Uniform geliebt wird ebenso wie den Gebetsstuhl aus einem mittelalterlichen Kloster, mit eingearbeitetem Holzdildo für besonders eindringliche Stoßgebete.

Hin-und hergerissen zwischen Ekel und Faszination steht man vor dem Glas mit Schlangenpenissen und Fliegen und Käfern. Dabei lernt man, dass das vielzitierte Aphrodisiakum „Spanische Fliege“ in Wirklichkeit gar keine Fliege sondern ein Käfer ist, dessen harter Panzer zermahlen und zur Luststeigerung eingenommen wird. Ein eher zweifelhaftes Vorgehen, ist der Inhaltsstoff doch in hoher Konzentration ein absolut tödliches Nervengift. Ähnlich verhält es sich mit den abgezogenen und getrockneten Häuten mancher Krötenarten, die ebenfalls zum Zwecke der Luststeigerung pulverisiert und dann geschluckt werden.

Besonders beeindruckend ist auch der Teil des Museums, in dem ausführlich mit vielen Bildern und Ausstellungsstücken über den Werdegang von Beate Uhse, der Firmengründerin, berichtet wird. Wer weiß z.B. schon, dass Beate Uhse eine ebenso begeisterte wie erfolgreiche Pilotin und Taucherin war? Als Frau zu ihrer Zeit damals eine ganz enorme Leistung.

Ein Besuch im Beate Uhse Erotikmuseum kann wirklich nur empfohlen werden (www.erotikmuseum.de) . Wenn man eines dabei lernt, dann dieses: gevögelt wird und wurde zu allen Zeiten und in allen Kulturkreisen ununterbrochen. Mit derselben Energie wird und wurde das aber immer irgendwie zu verheimlichen versucht, getreu dem Chansontext von Zarah Leander: „Ich habe geliebt und ich habe geküsst, weil die Liebe doch dazu erfunden ist. Wie`s alle auch hier tun seit tausenden Jahren – nur darf man um Gotteswillen nichts erfahren, yes Sir!“

Auf der Homepage des Beate Uhse Erotikmuseums (www.erotikmuseum.de) findet man eine Auswahl an Bildern der Ausstellungsstücke und jeder kann sich dort seinen persönlichen Rundgang durch das Museum zusammenstellen und sich so schon einmal auf den Besuch im „realen“ Museum einstimmen und vorbereiten. Denn auch hier gilt: Man sieht nur das, was man weiß! – und je mehr man durch entsprechende Vorbereitung sein Wissen in Sachen „Geschichte der Erotik“ vermehrt hat, bevor man das Museum dann besucht, umso mehr profitiert man von der Vielzahl der dargebotenen, zum Teil einzigartigen Ausstellungsstücke.

Kontaktmöglichkeit:

Beate Uhse Erotikmuseum
Kantstrasse 5
10623 Berlin
(in der Nähe des Bahnhof Zoo)
www.erotikmuseum.de

 

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